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NAS oder Cloud? Der ehrliche Vergleich für kleine Unternehmen

NAS oder Cloud? Der ehrliche Vergleich für kleine Unternehmen

20. März 2026
Michael Jefremow
6 Min. Lesezeit

"Wo speichern wir unsere Daten?" – Diese Frage stellt sich früher oder später jedes Unternehmen. Die alten Ordner auf dem Chef-PC, der USB-Stick vom Buchhalter und die Dateien im E-Mail-Postfach reichen irgendwann nicht mehr. Aber was ist die bessere Lösung: ein eigener NAS-Server im Büro oder eine Cloud-Lösung? Ich vergleiche beide Optionen ehrlich – aus der Praxis, nicht aus dem Lehrbuch.

Was ist was?

NAS (Network Attached Storage)

Ein NAS ist eine kleine Box mit Festplatten, die in Ihrem Büro steht und als zentraler Datenspeicher für alle Mitarbeiter dient. Bekannte Hersteller sind Synology und QNAP. Alle greifen über das lokale Netzwerk auf die Dateien zu.

Cloud-Speicher

Cloud bedeutet: Ihre Daten liegen auf Servern in einem Rechenzentrum – entweder bei Microsoft (OneDrive/SharePoint), Google (Drive) oder auf einem selbst gehosteten System wie Nextcloud. Der Zugriff erfolgt über das Internet, von überall.

Der ehrliche Vergleich

Kosten

NAS:

  • Einmalige Anschaffung: Ein gutes 2-Bay-NAS mit Festplatten kostet ca. 500-800 Euro
  • Kein monatliches Abo
  • Aber: Festplatten halten 3-5 Jahre, dann müssen sie getauscht werden
  • Stromkosten: ca. 5-10 Euro/Monat
  • Kein professionelles Backup inklusive – muss extra eingerichtet werden

Cloud:

  • Monatliche Kosten: Bei Microsoft 365 ist 1 TB OneDrive pro Nutzer inklusive
  • Nextcloud-Hosting: Ab ca. 20-50 Euro/Monat je nach Speicher
  • Kein eigenes Gerät nötig, kein Stromverbrauch
  • Backup ist bei professionellen Anbietern inklusive

Fazit Kosten: Auf 3 Jahre gerechnet sind die Kosten ähnlich. Ein NAS ist auf den ersten Blick günstiger, aber wenn man Strom, Festplattentausch, Backup-Lösung und Einrichtung einrechnet, relativiert sich das.

Zugriff von unterwegs

NAS: Möglich, aber umständlich. Sie brauchen eine VPN-Verbindung oder den herstellereigenen Fernzugriff (Synology QuickConnect). Die Geschwindigkeit hängt von Ihrem Büro-Internet ab – bei einem 50-Mbit-Upload wird es bei großen Dateien langsam.

Cloud: Sofort, von überall, auf jedem Gerät. Laptop, Smartphone, Tablet – einfach einloggen und arbeiten. Perfekt für Homeoffice und Außendienst.

Fazit: Wenn Mitarbeiter von unterwegs oder zu Hause arbeiten müssen, gewinnt die Cloud klar.

Datenschutz und DSGVO

NAS: Ihre Daten liegen physisch in Ihrem Büro. Maximale Kontrolle. Aber: Wird das NAS gestohlen, brennt das Büro oder fällt die Festplatte aus, sind die Daten weg – es sei denn, Sie haben ein externes Backup.

Cloud (US-Anbieter wie Microsoft/Google): Daten liegen in EU-Rechenzentren, aber der Anbieter unterliegt dem US Cloud Act. Für die meisten KMUs kein praktisches Problem, aber für Branchen mit sensiblen Daten (Anwälte, Ärzte) ein Thema.

Cloud (Nextcloud auf deutschen Servern): Beste Kombination – Cloud-Komfort mit voller Datenhoheit. Daten bleiben in Deutschland, kein US-Zugriff, DSGVO-konform.

Fazit: Für maximalen Datenschutz ist Nextcloud auf deutschen Servern die beste Wahl. Für die meisten KMUs ist Microsoft 365 mit EU-Rechenzentren aber ausreichend.

Sicherheit und Backup

NAS: Sie sind selbst verantwortlich. Firmware-Updates, RAID-Konfiguration, externes Backup – das muss alles eingerichtet und gewartet werden. Ein NAS ohne Backup ist ein Risiko, kein Schutz.

Cloud: Updates, Sicherheit und Redundanz werden vom Anbieter übernommen. Bei Microsoft und Nextcloud sind Ihre Daten automatisch mehrfach gespeichert. Trotzdem empfehle ich ein zusätzliches Backup – auch Cloud-Daten können versehentlich gelöscht werden.

Fazit: Cloud ist wartungsärmer und sicherer out-of-the-box. Ein NAS braucht professionelle Einrichtung und laufende Wartung.

Sie möchten das für Ihr Unternehmen umsetzen?

Wir beraten Sie kostenlos und unverbindlich – persönlich in Erfurt oder per Videocall.

Geschwindigkeit im lokalen Netzwerk

NAS: Hier liegt der große Vorteil. Im Gigabit-Netzwerk im Büro sind Dateizugriffe blitzschnell. Große Dateien (CAD, Video, Fotografie) öffnen sofort.

Cloud: Abhängig von der Internetgeschwindigkeit. Bei normalen Office-Dokumenten kein Problem. Bei großen Dateien (100+ MB) kann es spürbar langsamer sein.

Fazit: Wenn Sie täglich mit sehr großen Dateien arbeiten (Architekten, Fotografen, Videoproduktion), hat ein NAS im lokalen Netzwerk einen Vorteil.

Meine Empfehlung

SituationEmpfehlung
Büro mit 3-10 Mitarbeitern, alle vor OrtNAS kann reichen – aber mit professionellem Backup
Homeoffice, Außendienst, mehrere StandorteCloud (Microsoft 365 oder Nextcloud)
Sensible Daten (Anwälte, Ärzte, Steuerberater)Nextcloud auf deutschen Servern
Große Dateien (CAD, Video, Foto)NAS im Büro + Cloud-Backup als Hybrid-Lösung
"Ich will mich nicht drum kümmern"Cloud mit Managed Service

Die Hybrid-Lösung: Das Beste aus beiden Welten

Viele meiner Kunden in Erfurt fahren eine Hybrid-Strategie: NAS im Büro für schnellen lokalen Zugriff auf große Dateien, und Cloud (Nextcloud oder Microsoft 365) für Zusammenarbeit, Homeoffice und automatisches Offsite-Backup. So haben Sie Geschwindigkeit vor Ort und Flexibilität von überall.

5 typische Fehler bei der Datenspeicherung in KMUs

  1. Kein Backup: Ein NAS ohne externes Backup ist kein Backup – es ist ein zweiter Ort, an dem Daten verloren gehen können
  2. Privat-Accounts nutzen: Firmendaten in privaten Dropbox- oder Google-Accounts – ein DSGVO-Albtraum
  3. Keine Berechtigungen: Jeder Mitarbeiter hat Zugriff auf alles. Was passiert, wenn jemand versehentlich den Jahresabschluss löscht?
  4. Kein Verschlüsselung: Wird das NAS oder der Laptop gestohlen, liegen die Daten offen
  5. Kein Update-Plan: NAS-Firmware von 2019? Bekannte Sicherheitslücken laden Hacker ein

Sie sind unsicher, was für Ihr Unternehmen passt?

Als IT-Dienstleister in Erfurt berate ich Sie herstellerneutral. Ich schaue mir Ihren Arbeitsalltag an, frage nach Ihren Anforderungen und empfehle dann die Lösung, die zu Ihnen passt – nicht die, die mir die höchste Marge bringt.

Ob NAS, Cloud oder Hybrid: Ich richte es professionell ein, migriere Ihre bestehenden Daten und sorge dafür, dass alles sicher und performant läuft.

FAQ

Kann ich von meinem NAS in die Cloud wechseln?

Ja, eine Migration ist problemlos möglich. Ich übertrage Ihre bestehenden Daten vom NAS in Nextcloud oder Microsoft 365 – inklusive Ordnerstruktur und Berechtigungen. Der Betrieb wird dabei nicht unterbrochen.

Reicht OneDrive als Backup?

Nein. OneDrive synchronisiert Dateien, aber wenn eine Datei lokal gelöscht oder durch Ransomware verschlüsselt wird, wird das auch in die Cloud synchronisiert. Sie brauchen ein separates Backup mit Versionierung.

Was passiert mit meinen Daten wenn das NAS kaputt geht?

Wenn Sie ein RAID-1 (Spiegelung) konfiguriert haben, überlebt der Ausfall einer Festplatte. Aber: Bei Diebstahl, Brand oder Stromschlag nützt RAID nichts. Deshalb brauchen Sie immer ein externes Backup – idealerweise in der Cloud.

Wie viel Speicherplatz braucht mein Unternehmen?

Für ein typisches KMU mit 5-15 Mitarbeitern (hauptsächlich Office-Dokumente, PDFs, E-Mails) reichen 500 GB bis 2 TB. Wenn Sie mit großen Dateien arbeiten (Fotos, Videos, CAD), kann es deutlich mehr sein. Ich helfe Ihnen, den Bedarf realistisch einzuschätzen.

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