Zum Inhalt springen
Fragen zur IT?0151 41431534
Zurück zur Übersicht
Euro-Office: Die europäische Alternative zu Microsoft 365 – was KMUs jetzt wissen müssen

Euro-Office: Die europäische Alternative zu Microsoft 365 – was KMUs jetzt wissen müssen

20. Juni 2026
Michael Jefremow
6 Min. Lesezeit

Seit dem 9. Juni 2026 gibt es eine neue, ernstzunehmende europäische Antwort auf Microsoft 365 und Google Workspace: Euro-Office. Hinter dem Projekt steht ein Bündnis namhafter europäischer Anbieter – allen voran IONOS und Nextcloud. Das Versprechen: eine vollständig souveräne, DSGVO-konforme Office-Suite, die komplett in Europa betrieben wird.

Gerade kleine und mittlere Unternehmen in Thüringen fragen mich in letzter Zeit immer häufiger: „Müssen wir wirklich von Microsoft abhängig bleiben?" In diesem Beitrag erkläre ich verständlich, was Euro-Office ist, was es kann, für wen es sich lohnt – und wo Sie aktuell noch vorsichtig sein sollten.

Warum gerade jetzt? Der Trend zur digitalen Souveränität

Drei Entwicklungen treffen 2026 zusammen:

  • Steigende Lizenzkosten: Die Preise für Microsoft-365-Pläne sind in den letzten Jahren mehrfach gestiegen, unter anderem durch die Integration von KI-Funktionen.
  • Der US Cloud Act: Als US-Konzern unterliegt Microsoft dem Cloud Act – US-Behörden können theoretisch Zugriff auf Daten verlangen, selbst wenn diese in EU-Rechenzentren liegen.
  • Politischer Rückenwind: Verwaltungen und Unternehmen in Europa suchen aktiv nach Wegen, ihre digitale Abhängigkeit von US-Anbietern zu reduzieren.

Genau in diese Lücke stößt Euro-Office.

Was ist Euro-Office?

Euro-Office ist eine webbasierte, quelloffene Office-Suite. Technisch basiert der Editor auf einem Fork von OnlyOffice und steht unter der freien Lizenz AGPLv3. Wichtig zu verstehen: Euro-Office ist kein einzelnes, abgeschlossenes Produkt, sondern im Kern ein kollaborativer Online-Editor, der in die Plattformen der beteiligten Partner integriert wird.

Getragen wird das Projekt von einem Bündnis europäischer Technologie- und Open-Source-Organisationen:

  • IONOS – Europas großer Cloud- und Hosting-Anbieter (Rechenzentren in Deutschland)
  • Nextcloud – die bekannte Kollaborationsplattform
  • sowie Eurostack, XWiki, OpenProject, Open-Xchange, Soverin, Abilian, BTactic und Office.eu

Der Editor wird unter anderem in Nextcloud Hub 26 integriert, das im Juni 2026 erscheint, und soll später auch in IONOS' Managed-Angeboten und in XWiki verfügbar sein.

Was kann Euro-Office?

Funktional zielt Euro-Office klar darauf, Microsoft 365 im Büroalltag zu ersetzen:

  • Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationen im Browser
  • PDF-Bearbeitung
  • Echtzeit-Zusammenarbeit – mehrere Personen arbeiten gleichzeitig im selben Dokument
  • Hohe Microsoft-Kompatibilität: Unterstützt werden DOCX, XLSX, PPTX, PDF und TXT ebenso wie die offenen Formate ODT, ODS und ODP

Die Philosophie dahinter ist bewusst unspektakulär: Die Oberfläche soll vertraut genug wirken, dass ein Microsoft-365-Nutzer das Arbeiten nicht neu lernen muss.

Euro-Office vs. Microsoft 365 im Überblick

KriteriumMicrosoft 365Euro-Office
AnbieterMicrosoft (USA)Europäisches Bündnis (IONOS, Nextcloud u. a.)
Datenstandort & -hoheitEU-Rechenzentren, aber US-Kontrolle (Cloud Act)Betrieb & Datenhaltung in Europa, z. B. deutsche Rechenzentren
LizenzmodellProprietär, Abo pro NutzerOpen Source (AGPLv3), self-hostbar
ReifeEtabliert, riesiger FunktionsumfangVersion 1.0 – jung, im Aufbau
KompatibilitätReferenz für DOCX/XLSX/PPTXHohe Kompatibilität, aber Detail-Unterschiede möglich
ÖkosystemTeams, SharePoint, Power PlatformWächst über Nextcloud, IONOS, XWiki, OpenProject

Was kostet Euro-Office?

Die Community-Edition ist quelloffen und lässt sich kostenlos selbst hosten – etwa als Docker-Container oder über Kubernetes. Für die professionell betreute Variante über Partner wie IONOS nennen erste Angaben (Stand Juni 2026) eine Größenordnung von rund 10 Euro netto pro Nutzer und Monat. Zum Vergleich: Microsoft 365 Business liegt je nach Plan bei etwa 6 bis 22 Euro pro Nutzer und Monat.

Wichtig: Die echte Ersparnis entscheidet sich nicht am Listenpreis, sondern an den Gesamtkosten inklusive Migration, Schulung und laufendem Betrieb. Genau hier berate ich Sie herstellerneutral.

Für wen lohnt sich der Umstieg?

Euro-Office ist besonders interessant für:

  • Öffentliche Verwaltungen, Schulen und Vereine, bei denen Datensouveränität politisch und rechtlich gefordert ist
  • Regulierte Branchen wie Anwaltskanzleien, Arztpraxen und Steuerberater mit hohen Anforderungen an die Vertraulichkeit
  • KMUs, die ihre Abhängigkeit von US-Cloud-Anbietern reduzieren möchten

Sie möchten das für Ihr Unternehmen umsetzen?

Ich berate Sie kostenlos und unverbindlich – persönlich in Erfurt oder per Videocall.

Bei Microsoft 365 bleiben sollten Sie vorerst, wenn:

  • Ihr Betrieb stark von Microsoft Teams, SharePoint oder der Power Platform abhängt
  • Sie sehr spezielle Excel-Makros oder tief integrierte Branchensoftware nutzen
  • Sie maximale Reife und Verlässlichkeit über alle Geräte hinweg brauchen

Der ehrliche Haken: Euro-Office ist noch jung

So vielversprechend das Projekt ist – ich rate zu realistischen Erwartungen:

  • Version 1.0: Die Web-Version ist seit dem 9. Juni 2026 verfügbar. Desktop- und Mobile-Apps sind erst für den Sommer 2026 angekündigt, weitere Integrationen folgen bis ins vierte Quartal 2026.
  • Lizenzstreit: OnlyOffice (Ascensio System) hat dem Projekt vorgeworfen, gegen Bedingungen der AGPLv3 zu verstoßen – konkret bei Branding und Namensnennung. Solche Fragen sind bei jungen Open-Source-Projekten nicht ungewöhnlich, sollten aber im Blick behalten werden.
  • Reifende Kompatibilität: Bei komplexen Layouts, Serienbriefen oder verschachtelten Tabellen kann es zwischen Euro-Office und Microsoft Office noch zu Darstellungsunterschieden kommen.

Mein Rat: Nicht blind das ganze Unternehmen umstellen. Klüger ist ein kontrollierter Pilotbetrieb mit einer kleinen Gruppe, bevor Sie eine Entscheidung treffen.

So gehen Sie es richtig an

Als IT-Dienstleister in Erfurt begleite ich Sie herstellerneutral – ich verkaufe Ihnen weder Microsoft noch Euro-Office, sondern das, was zu Ihrem Unternehmen passt:

  1. Bestandsaufnahme: Welche Programme, Formate und Abläufe nutzen Sie heute wirklich?
  2. Eignungs-Check: Passt Euro-Office zu Ihren Anforderungen – oder ist eine Nextcloud-Lösung bzw. eine Hybrid-Strategie sinnvoller?
  3. Pilotbetrieb: Test mit einem kleinen Team, inklusive echter Dokumente aus Ihrem Alltag
  4. Migration & Betrieb: Saubere Datenübernahme, Schulung Ihrer Mitarbeiter und laufende Betreuung – ob in der Cloud oder auf Ihrem eigenen Server

Übrigens: Investitionen in Digitalisierung und IT-Sicherheit sind in Thüringen oft förderfähig. Auch dazu berate ich Sie gern.

Meine Einschätzung

Euro-Office ist eines der spannendsten europäischen IT-Projekte des Jahres 2026. Es zeigt, dass digitale Souveränität kein leeres Schlagwort bleiben muss. Für viele Unternehmen in Erfurt und Thüringen wird es zur ernsthaften Option – heute schon für die Datenhaltung und Zusammenarbeit, mittelfristig als vollwertige Office-Alternative.

Gleichzeitig gilt: Eine so grundlegende Entscheidung trifft man nicht über Nacht. Wenn Sie wissen möchten, ob sich der Umstieg für Ihr Unternehmen lohnt, schaue ich mir Ihre Situation gern persönlich an – ehrlich, verständlich und ohne Verkaufsdruck.

Häufige Fragen zu Euro-Office

Ist Euro-Office wirklich kostenlos?

Die quelloffene Community-Edition lässt sich kostenlos selbst hosten. Für die professionell betreute Variante über Partner wie IONOS fallen Gebühren an – erste Angaben sprechen von rund 10 Euro netto pro Nutzer und Monat (Stand Juni 2026).

Kann ich meine bestehenden Word- und Excel-Dateien weiter nutzen?

Ja. Euro-Office unterstützt die Microsoft-Formate DOCX, XLSX und PPTX sowie die offenen ODF-Formate. Bei sehr komplexen Dokumenten sollten Sie die Darstellung aber vorab testen.

Wo liegen meine Daten bei Euro-Office?

Das ist der zentrale Vorteil: Der Betrieb erfolgt in Europa, bei der IONOS-Variante in deutschen Rechenzentren. Damit unterliegen Ihre Daten europäischem Recht und nicht dem US Cloud Act.

Sollte ich jetzt sofort von Microsoft 365 wechseln?

Nein, nicht überstürzt. Euro-Office ist in Version 1.0 noch jung, Desktop- und Mobile-Apps folgen erst im Sommer 2026. Sinnvoll ist ein Pilotbetrieb, bevor Sie eine Entscheidung für das ganze Unternehmen treffen.

Können Sie mich beim Umstieg unterstützen?

Ja. Ich berate Sie herstellerneutral, führe einen Eignungs-Check durch, begleite den Pilotbetrieb und übernehme auf Wunsch Migration und laufenden Betrieb. Kontaktieren Sie mich für ein unverbindliches Erstgespräch.

IT-Probleme? Ich helfe. Kostenlosen IT-Check vereinbaren →

Brauchen Sie Unterstützung bei diesem Thema?

Ich bin Ihr IT-Partner vor Ort in Erfurt. Lassen Sie mich unverbindlich mit Ihnen darüber sprechen, wie ich Ihre IT sicherer und effizienter machen kann.

Haben Sie eine Frage?

Schreiben Sie mir direkt per WhatsApp – ich antworte schnellstmöglich.

Nachricht senden