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Microsoft 365 Backup: Warum Sie eines brauchen und wie Sie es einrichten

Microsoft 365 Backup: Warum Sie eines brauchen und wie Sie es einrichten

22. März 2026
Michael Jefremow
6 Min. Lesezeit

"Unsere Daten sind in der Cloud, die sind sicher." – Diesen Satz höre ich regelmäßig. Und er ist falsch. Microsoft garantiert, dass ihre Server laufen. Microsoft garantiert nicht, dass Ihre Daten wiederherstellbar sind, wenn ein Mitarbeiter sie löscht, Ransomware sie verschlüsselt oder ein Ex-Mitarbeiter sie mitnimmt.

In diesem Artikel erkläre ich, warum Sie ein separates Microsoft 365 Backup brauchen und wie Sie es einrichten.

Was Microsoft sichert – und was nicht

Microsoft betreibt eine hochverfügbare Infrastruktur. Ihre Server sind redundant, die Rechenzentren geo-repliziert. Wenn ein Server ausfällt, übernimmt ein anderer. Das ist Infrastruktur-Verfügbarkeit – nicht Datensicherung.

Was Microsoft NICHT schützt:

  • Versehentliches Löschen: Ein Mitarbeiter löscht einen wichtigen Ordner in SharePoint. Nach 93 Tagen ist er endgültig weg – auch aus dem Papierkorb
  • Ransomware: Verschlüsselte Dateien werden via OneDrive-Sync in die Cloud synchronisiert. Ihre lokale Verschlüsselung wird zum Cloud-Problem
  • Böswillige Mitarbeiter: Ein gekündigter Mitarbeiter löscht vor seinem letzten Tag alle seine E-Mails und Dateien
  • Compliance-Anforderungen: Sie müssen E-Mails oder Dokumente von vor 3 Jahren vorlegen? Ohne Backup schwierig
  • Account-Übernahme: Ein Hacker übernimmt per Phishing einen Account und löscht oder exfiltriert Daten

Microsofts eigene Empfehlung

In den Microsoft Service Terms steht sinngemäß: "Wir empfehlen, dass Sie regelmäßig Ihre Inhalte und Daten sichern." Microsoft selbst sagt also: Machen Sie ein Backup.

Die Shared Responsibility: Wer ist wofür verantwortlich?

VerantwortungMicrosoftSie
Infrastruktur (Server, Netzwerk)JaNein
Geo-Redundanz der RechenzentrenJaNein
Schutz vor Hardware-AusfällenJaNein
Schutz vor versehentlichem LöschenNeinJa
Schutz vor RansomwareNeinJa
Langzeit-ArchivierungNeinJa
Wiederherstellung gelöschter DatenBegrenzt (93 Tage)Ja

Welche Backup-Lösungen gibt es?

1. Veeam Backup for Microsoft 365

Der Marktführer. Sichert Mailboxen, OneDrive, SharePoint und Teams.

Vorteile:

  • Bewährt und zuverlässig (über 18 Millionen gesicherte Nutzer weltweit)
  • Granulare Wiederherstellung (einzelne E-Mails, Dateien, Kontakte)
  • Speicherung auf eigenem Server oder in der Cloud
  • Automatische tägliche Sicherung

Geeignet für: Unternehmen jeder Größe, besonders wenn Daten auf eigener Infrastruktur gespeichert werden sollen.

2. AvePoint Cloud Backup

Cloud-native Lösung, keine eigene Infrastruktur nötig.

Vorteile:

  • Vollständig cloudbasiert – nichts zu installieren
  • Sichert auch Teams-Chats und Planner
  • Unbegrenzter Speicher in der Cloud
  • Einfache Verwaltung über Web-Dashboard

Geeignet für: Unternehmen, die keine eigene Backup-Infrastruktur betreiben möchten.

3. Acronis Cyber Protect Cloud

Kombiniert Backup mit Cybersecurity.

Vorteile:

  • Backup + Antivirus + Anti-Ransomware in einem
  • Sichert Microsoft 365 und lokale Systeme zusammen
  • KI-basierte Bedrohungserkennung

Geeignet für: Unternehmen, die Backup und Security aus einer Hand wollen.

Was sollte gesichert werden?

Microsoft-365-DienstBackup nötig?Warum
Exchange Online (E-Mail)JaE-Mails sind geschäftskritisch und unterliegen Aufbewahrungspflichten
OneDriveJaEnthält oft die einzige Kopie wichtiger Dokumente
SharePointJaZentrale Ablage, Verlust betrifft das ganze Team
TeamsJaChat-Verläufe und geteilte Dateien gehen sonst verloren
Planner/To DoOptionalNützlich, aber selten geschäftskritisch

Sie möchten das für Ihr Unternehmen umsetzen?

Wir beraten Sie kostenlos und unverbindlich – persönlich in Erfurt oder per Videocall.

Wie oft sollte gesichert werden?

Für die meisten Unternehmen ist ein tägliches Backup der richtige Rhythmus. Das bedeutet: Im schlimmsten Fall verlieren Sie maximal einen Arbeitstag an Daten.

Für besonders kritische Daten (z.B. Buchhaltung, Kundendatenbank) kann auch ein häufigeres Backup sinnvoll sein.

Schritt-für-Schritt: Backup einrichten

1. Entscheiden: Wo sollen die Backups gespeichert werden?

  • Eigener Server / NAS: Maximale Kontrolle, einmalige Kosten
  • Cloud-Speicher (Azure, S3, Wasabi): Skalierbar, kein eigenes Gerät
  • Beim Backup-Anbieter: Am einfachsten, keine Infrastruktur nötig

2. Backup-Lösung auswählen und anbinden

Die Lösung braucht Zugriff auf Ihren Microsoft-365-Tenant (via OAuth/API). Das richtet man einmalig ein – keine Passwörter werden geteilt.

3. Backup-Richtlinie konfigurieren

  • Was wird gesichert? (E-Mail, OneDrive, SharePoint, Teams)
  • Wie oft? (Täglich empfohlen)
  • Wie lange aufbewahren? (Mindestens 1 Jahr, besser 3-5 Jahre)

4. Testwiederherstellung durchführen

Das wichtigste und meistens vergessene: Testen Sie, ob die Wiederherstellung funktioniert. Ein Backup, das sich nicht wiederherstellen lässt, ist wertlos. Stellen Sie testweise eine einzelne E-Mail oder Datei wieder her.

Was kostet ein Microsoft 365 Backup?

Die Kosten liegen typischerweise bei 2-5 Euro pro Nutzer und Monat – je nach Anbieter und Speicherort. Für ein Unternehmen mit 10 Mitarbeitern also 20-50 Euro im Monat.

Zum Vergleich: Der durchschnittliche Schaden durch Datenverlust in einem KMU liegt bei über 50.000 Euro – ohne Berücksichtigung von Reputationsschäden und verlorener Arbeitszeit.

Häufige Ausreden – und warum sie nicht gelten

"OneDrive hat doch einen Papierkorb!" Ja, für 93 Tage. Danach sind die Daten endgültig weg. Und bei Ransomware wird auch der Papierkorb synchronisiert.

"Wir haben doch Microsoft 365 Business Premium mit Retention Policies!" Retention Policies sind für Compliance, nicht für Disaster Recovery. Sie schützen vor vorsätzlichem Löschen durch Mitarbeiter, aber nicht vor Ransomware oder versehentlichem Überschreiben.

"Das ist uns noch nie passiert!" Das ist kein Argument. Ein Backup ist wie eine Versicherung – man braucht es nicht, bis man es braucht. Und dann ist es zu spät.

Unterstützung bei der Einrichtung

Als IT-Dienstleister richte ich Microsoft 365 Backups für Unternehmen ein – von der Auswahl der richtigen Lösung über die Konfiguration bis zum regelmäßigen Test der Wiederherstellung. Im Rahmen unserer Managed Services ist das Backup-Management inklusive.

FAQ

Reicht der OneDrive-Versionsverlauf als Backup?

Nein. Der Versionsverlauf hilft bei versehentlich überschriebenen Dateien, aber er schützt nicht vor Löschung des gesamten Accounts, Ransomware oder Compliance-Anforderungen. Ein echtes Backup ist unabhängig von Microsoft.

Kann ich das Backup selbst einrichten?

Technisch ja, aber die korrekte Konfiguration (OAuth-Anbindung, Retention-Richtlinien, Speicherort, Verschlüsselung) erfordert Erfahrung. Fehler bei der Einrichtung fallen erst auf, wenn man das Backup braucht – und dann ist es zu spät.

Wie lange dauert eine Wiederherstellung?

Einzelne E-Mails oder Dateien sind in Minuten wiederhergestellt. Ein komplettes Postfach oder SharePoint-Bibliothek kann je nach Datenmenge einige Stunden dauern.

Werden die Backup-Daten verschlüsselt?

Ja, bei allen professionellen Lösungen werden die Daten sowohl bei der Übertragung (in transit) als auch bei der Speicherung (at rest) verschlüsselt. Ihre Daten sind also auch im Backup geschützt.

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